Vorbereitungskurse auf das Hochschulstudium in der Schweiz

Seit 1962 gab es in der Schweiz Vorbereitungskurse auf das Hochschulstudium an Schweizer Universitäten, welche ausländischen Studienbewerbern und –bewerberinnen angeboten wurden, deren Hochschulzulassung in der Schweiz nicht anerkannt wird. Sie sollten die Bewerberinnen und Bewerbern bei der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfungen unterstützen. 1988 wurde die Stiftung VKHS  gegründet, die seitdem diese Aufgabe übernahm.

Am 1. Oktober 2009 entschied die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK), die Vorbereitungskurse auf das Hochschulstudium, einschließlich der Sprachkurse, einzustellen. Damit reagierte sie auf die Entscheidung des Staatssekretariats für Bildung und Forschung (SBF), die Kurse nicht mehr zu finanzieren. Die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) hatte vor der SUK-Entscheidung eine gleich lautende Stellungnahme abgegeben.

 

Zweck der Kurse

Die Vorbereitungskurse auf das Hochschulstudium richteten sich hauptsächlich an ausländische Studienbewerber und –bewerberinnen aus Schwellenländern und Krisenregionen, da diese zu den Personengruppen gehören, die für die Zulassung an einer Schweizer Hochschule eine Aufnahmeprüfung absolvieren müssen und einen besonderen Unterstützungsbedarf aufweisen. Diesen Bewerberinnen und Bewerbern sollte die Möglichkeit gegeben werden, eigenständig die Prüfungen zu bestehen und  in der Schweiz zu studieren.

Zur Finanzierung der Kurse mussten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Gebühren entrichten, die 40 Prozent der Stiftungskosten abdeckten. Die übrigen Kosten wurden bis zur Einstellung der Finanzierung gemeinsamt durch ein Finanzierungsabkommen von Bund und Kantonen getragen.

 

Gründe der Abschaffung

Als Gründe für die Abschaffung der Vorbereitungskurse bzw. für die Einstellung ihrer Finanzierung nannte der Bundesrat im Zuge einer Anfrage mehrere Punkte:

Zunächst sei der Anteil der ausländischen Studienbewerberinnen und –bewerber, die sich einer Aufnahmeprüfung unterziehen müssten, gering. Die meisten ausländischen Studierenden kämen für ein weiterführendes Studium, wie ein Master- oder Doktoratsstudium, in die Schweiz und müssten daher keine Zulassungsprüfung mehr absolvieren.

Dem widerspricht jedoch die Publikation „Bildungsperspektiven 2009 – 2010“ des Bundesamtes für Statistik, welchem ein stärkerer Anstieg der Anzahl der Bachelorstudierenden als der der Masterstudierenden zu entnehmen ist.

Als weiteren Punkt wurde genannt, dass es sinnvoll sei, insbesondere die Sprachkurse direkt an den Universitäten abzuhalten, um die Integration der Studierenden besser zu fördern. Zudem führe es zu unlauteren Bevorzugungen im Wettbewerb, wenn die Kurse der Stiftung öffentlich gefördert würden, gleichartige private Angebote jedoch nicht.

Demgegenüber steht die Folge, dass an nicht geförderten Kursen nur noch Privilegierte teilnehmen  können, denen ohnehin die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen und die auch auf anderem Wege Zugang zu höherwertiger Bildung besitzen.

 

Alternativen

Staatlich geförderte und zentral organisierte Vorbereitungskurse gibt es nicht mehr. Stattdessen steht es jeder Universität und privaten Bildungsanbietern frei, vergleichbare Kurse anzubieten.

Zur Finanzierung nicht nur von Vorbereitungskursen, sondern des gesamten Studiums, bieten verschiedene Stellen Stipendien an. So gibt es zum Beispiel die Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation vergeben werden. Diese richten sich allerdings nur an Postgraduierte; Erststudien werden hierdurch nicht gefördert.

Des Weiteren empfiehlt es sich, die Angebote der Kantone, in denen sich die gewünschte Universität befindet, zu überprüfen. Häufig verweisen auch die Universitäten selbst auf die entsprechenden staatlichen Angebote und zeigen auch Finanzierungen privater und öffentlicher Stiftungen und Organisationen auf.

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